Crispyn van de Passé d. Ältere

"Hortus Floridus…" verlegt 1614

Crispyn van de Passe

Der Zeichner und Kupferstecher Crispyn van de Passé zieht von Holland erst nach Aachen (ab 1589) und dann nach Köln, wo er zwischen 1595 - 1612 lebt. Er hat sich als Kupferstecher von Heiligen- und Herrscherportraits einen Namen gemacht, unterhält sogar Beziehungen nach England und sticht 1603 ein Bildnis der Königin Elisabeth in Kupfer. 1612 siedelt er nach Utrecht über und erwirbt dort das Bürgerrecht als Kupferstecher. Dort erscheinen mehrer seiner Werke, wie zum Beispiel Illustrationen zu Ovid, Vergil und Homer.

Im Jahre 1614 erscheint der Hortus Floridus in 5 Partien. Aufgeteilt in die vier Jahreszeiten und ein Supplement. Der erläuternde Text ist auf die Rückseiten der Tafeln in lateinischer Sprache gedruckt. Bei diesem Werk haben seine Söhne Wilhelm und Crispyn d. Jüngere entscheidend und technisch auf gleichem Niveau mitgewirkt. Das Werk umfasst 160 Kupfertafeln mit je 2 oder 3 Pflanzen und einige Darstellung von Gartenanlagen.

Die Tafeln sind ein bedeutendes, frühes Zeugnis des beginnenden Interesses an systematischer, naturgetreuer und doch dekorativer Darstellungen von Pflanzen in allen Blütenstadien mit ihren Zwiebeln, Wurzeln und einigen Insekten und Schädlingen. Es wird auch gezeigt, wie die Pflanze aus dem Boden wächst. Seltenes und sehr frühes umfangreiches botanisches Lehrbuch.
- Birgit Strehler M. A. -

Eine kleine Auswahl unserer Kupferstiche von van de Passé finden Sie unter dem Menü: Alte Kunst > Kupferstiche & Druckgrafiken