Edition Verve

Revue artistique et littéraire - die Kunstzeitschrift Verve

MagazinCover  Verve

Eine der bedeutendsten Kunstzeitschriften des 20. Jahrhunderts, publiziert in Paris. Ab dem Jahr 1937 erschient »Verve«, die Zeitschrift für Kunst und Literatur, regelmäßig bis 1960 mit den Nr. 1-38 in 26 Bänden in Frankreich (einige Ausgaben auch in England). Auflagenhöhe ca. 2.000 Exemplare. Verleger Tériade (Griechischer Schriftsteller E. Eleftheriades, der seit 1915 in Frankreich lebte und als Kunstkritiker tätig war.)

Verve könnte man im deutschen mit "Begeisterung, innerer Schwung, Feuer" wiedergeben und dies spiegelt das Engagement des Zeitschriftengründers Tériade wieder. Sie sollte Arbeiten bedeutender, in verschiedenen Bereichen tätiger Künstler vereinen, und eine Verbindung zwischen literarischen Werken von Hemmingway, Sartre, Joyce, Camus und graphischen Arbeiten von Matisse, Miró, Picasso, Chagall, Braque, Giacometti, Paul Klee, Georges Rouault oder Fernand Léger sein. Nicht zu unterschätzen ist auch der Bereich der Photographie mit Arbeiten von Man Ray, Cartier-Bresson, Brassai oder Blumenfeld.
Die frühen Ausgaben hatten häufig thematische Schwerpunkte, die nach 1945 erschienenen waren dagegen vermehrt dem Oeuvre einzelner Künstler gewidmet. Als bekannteste Original-Lithographien in Verve gelten Marc Chagalls Illustrationen des alten Testaments von 1956 und 1960, allgemein bezeichnet als "Bibel I" und Bibel II".

Entwicklung zum anspruchsvollen Kulturjournal

Tériade hatte sich als Ziel gesetzt, Lithographien der damals größten lebenden Künstlern in Verve zu sammeln. Eine große Rolle spielte dabei der Lithograph Fernand Mourlot, der in seinen Ateliers maßgeblich an der Entwicklung der Lithographie im Oeuvre z. B. bei Picasso oder Braque beteiligt war und auch als Verfasser von Werksverzeichnissen der Arbeiten von Chagall, Braque, Miró oder Picasso bekannt geworden ist. Mit Lithographen wie Ch. Sorlier (arbeitete nur für Chagall) hat Mourlot es verstanden, sich sensibel in das Schaffen der Künstler einzufinden und hochwertige Lithographien zu drucken. So enthalten die Bände zum einen Originallithographien, die von den Künstlern direkt auf den Stein gezeichnet wurden (z. B. Chagalls Bibel-Illustrationen), zum andern spezielle für Verve erstellte Entwürfe, die bei Mourlot von bedeutenden Lithographen auf den Stein gebracht und gedruckt wurden, so Picassos zwölf Motive zum Thema "Maler und Modell", erschienen 1954.

Die Zeitschrift Verve verdankt ihren Ruhm, die bedeutendste künstlerische und literarische Zeitschrift des XX. Jahrhunderts zu sein, nicht zuletzt der hervorragenden Qualität der Original-Lithographien und der originallithographischen Beilagen von F. Mourlot.
-Birgit Strehler M. A.-